
Jedes aktuelle Mitglied kannte die nette ältere Dame Susi, die für jeden ein freundliches Wort hatte und immer auf ein familiäres Verhältnis im Verein bedacht war. In den letzten Jahren steuerte sie immer Kuchen und Salate bei Veranstaltungen bei und half in der Küche. Auch in ihrem hohen Alter hatte sie immer noch ganz viel Interesse an allen Vereinsangelegenheiten und setzte sich für die Integration neuer Vereinsmitglieder oder deren Eltern ein, wie zuletzt beim Haxenessen.
Susanne Strehlau war über 34 Jahre ein Motor für den Fortschritt im Ruderverein und 58 Jahre die gute Seele des Vereins. Wir werden sie unendlich vermissen. Nach dem Ableben von ihren Mann Jochen Strehlau vor 14 Monaten folgte sie ihm am 12. Februar in den Tod. Sie hatte sich gerade einer Hüftoperation unterzogen und befand sich in der Reha-Klinik, als sie für sich entschied, wegen der nicht enden wollenden Schmerzen ihr Leben zu beenden.
Viele neue Vereinsmitglieder werden wahrscheinlich ihre enormen Verdienste für die Entwicklung des Vereins gar nicht wahrgenommen haben, weil sie weit in der Vergangenheit liegen; deshalb erfolgt hier eine kurze Rückschau:
Susanne Strehlau trat 1968 in den RGF ein – damals hieß sie noch Susanne Sachteleben – und ist somit 58 Jahre Vereinsmitglied. Ihr erstes Vorstandsamt bekleidete sie 1973 als Schriftwartin. Im Jahre 1981 wechselte sie in das Amt der Kassenwartin und übte dies bis 2007 aus. In dieser Funktion begleitete und gestaltete sie auch den Neubau der Jahre 1992 bis 1995 mit immensen Einsatz und führte die Arbeitsstundenliste mit 564 Stunden an, wobei die Finanzbuchhaltung hier gar nicht mit erfasst worden war. Sie motivierte viele Vereinsmitglieder zur aktiven Mithilfe beim Neubau und sorgte oft auch für deren leibliches Wohl. Durch ihre Nähe zum Vereinsstandort übernahm sie viele Organisationsaufgaben mit den Fremdfirmen. Hierfür erhielt sie 1992 den Götz-Kramer-Pokal.
In den Jahren 1989 bis 1997 vertrat sie zusätzlich die Interessen der weiblichen Mitglieder als Frauenwartin. Sie konnte somit auf 34 Jahre Vorstandsarbeit zurückschauen. Im Jahre 1984 verfasste sie die Chronik zum 25sten Jubiläum fast im Alleingang und noch mühsam mit einer Schreibmaschine, für die Bebilderung war ihr Mann Jochen zuständig. Gemeinsam mit ihm war sie das erste Ruderpaar des RGFs, dem fast ein weiteres Dutzend folgen sollte.
Uta und ich denken oft an die zahlreichen Wanderfahrten mit Susi zurück, die zunächst in Form von Pfingstwanderfahrten und Sommerlagern mit dem ganzen Vereinszirkus stattfanden, später als kleine Seniorenwanderfahrten gemächlicher vonstatten gingen. So schauen wir gern auf die Moselwanderfahrt von Trier nach Koblenz oder die Elbewanderfahrt von Decin nach Torgau zurück. Die letzte gemeinsame Fahrt fand 2023 in der guten alten „Frommen Helene“ auf der Aller statt.
Wir sind sehr traurig. Der Verein hat seine Seele verloren. Unsere Gedanken sind bei den Kindern und den Enkelkindern von Susi und Jochen. (Uta und Rüdiger Halupczok)

